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Auflage:
   
Material:  Cristallina
  Colombo Tigrato
   
Grösse:  104x55x47cm
Gewicht: ca. 18kg
   
Jahr: 2010

Ikarus oder der Hochmut

Mein zweites Werk im Zyklus der „sieben Todsünden“. Es zeigt die Gefahren im Hochmut „Superbia“, aber auch das erreichen von Zielen in der Balance der Bescheidenheit „Humilitas“ auf. In der Überhöhung der eigenen Person ist das folgliche Scheitern quasi vorprogrammiert, da ihr die Besonnenheit, Geduld aber auch die Empathie zu Mitmenschen und der Sachlage fehlt. Der Griechische  Philosoph Pythagoras meinte dazu: „Niemand ist frei, der sich nicht selbst beherrscht“.

 

Die Legende Ikarus’ steht klassisch für „Superbia“ den Hochmut. Das Werk beschreibt Anhand der gemeinsamen Flucht von Dädalus (Vater) und Ikarus (Sohn) den Übermut und Fall des Ikarus. Es repräsentiert ein aerodynamisch untragbares und federloses Flügelprofil, zugleich aber auch die Flugbahnen der beiden, beginnend auf Minon und endend im Meer bei Lesbos (Ikarus) bzw. auf Sizilien (Vater). Die erstere Bahn ist steiler und leichter, fällt aber dann umso stärker ab. Auf ihrer Innenseite in Richtung Flügelspitze ist die Abrisskante und damit der Sturz des Ikarus erkennen. Die Flugbahn des Vaters ist moderater und stabiler, sie nutzt den tragenden Wind und er erreicht sein Ziel, wenn auch allein.

 

Als unreifer, ja fast respektloser Jüngling, der nicht auf den Rat des Vaters hört, wird durch seinen Wagemut aber auch Undiszipliniertheit tödlich bestraft.

 

Die Tragödie nimmt Ihren Anfang in Athen, als Dädalus aus Eifersucht über das künstlerisches Talent den  Neffen Talos tötet. Daher wird er mit dem Sohn verbannt und findet Asyl auf Minon. Der hiesige König Minos beauftragt Dädalus zum Bau eines Palasts und einem Lustgarten inkl. eines Labyrinths. Zudem kreiert er für Pasiphea, die Gattin Minos und Tochter des Helios, eine hohle Kuh als Libido-Objekt zum Begattungsspiel mit einem Stier. Durch die Geburt eines Stiermenschen, dem Minotaur, wird die Tat offenbar und Dädalus wird mit seinen Sohn in das Labyrinth, das dem niemand den Ausweg kennt, gefangen gesetzt. Dädalus erkennt, das Minos zwar „ ... das Reich und das Meer beherrscht, aber nicht die Luft.“

 

So konstruiert er für sich und Ikarus Flügel aus Holz, Bienenwachs und Federn für das gemeinsame Entkommen. Vor der Flucht mahnt er den Sohn zur Besonnenheit - nicht zu hoch zu fliegen, das die Sonnen das Wachs schmelzen lässt, aber auch nicht zu tief, da das Wasser die Federn zu schwerer werden lässt.

 

Nachdem die anfängliche Reise gut verlief, stieg die Sorglosigkeit Ikarus zu Kopf und er wollte immer höher hinauf, bis Helios mit seiner Kraft das Wachs der Flügel schmelzen lässt und den Absturz des Ikarus als Sühne für Dädalus Vergehen an seiner Tochter herbeiführt. Somit erreicht nur der Vater die sicheren Ufer von Sizilien.